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Anlaufstellen für Straffällige -
siehe auch http://www.die-anlaufstellen.de/. Sie helfen Straffälligen und deren Ange­hörigen, ein zufriedenstellendes Leben in Teilhabe an der Gesellschaft zu führen, ohne in Konflikte mit dem Gesetz zu kommen. Dies tun sie seit über 25 Jahren recht erfolg­reich.

Aufgabenkatalog - umfasst 12 Aufgaben. Er dient als Grundlage der Vereinbarung zwi­schen dem Justizministerium und den Anlaufstellen über Inhalte und Förderung der Arbeit.

Betreutes Wohnen - Die Anlaufstellen betreiben Wohngruppen und Übergangswohnungen mit insgesamt 81 Plätzen. Hier finden Straffällige nach der Haftentlasssung eine erste Heimat und Unterstützung. Nur mit einem festen Wohnsitz gibt es die Möglichkeit der Haftverkürzung bzw. der U-Haftvermeidung.

Durchgehende Betreuung - abgestimmte Betreuung Inhaftierter zur optimalen Entlassungsvorbereitung. Beginnt am 1. Tag der Inhaftierung oder früher. Endet nicht am Tag der Entlassung.

Entlassungsvorbereitung - wichtige Aufgabe der Anlaufstellen. Inhaftierte werden bei der Vorbereitung ihres Lebens nach der Haft unterstützt. Die Entlassungsvorbe­reitung sollte am ersten Tag der Inhaftierung beginnen. Zur Entlassungsvorbereitung gehören neben Gesprächen in der JVA auch Lockerungen.

Förderung - die Arbeit der Anlaufstellen wird vom Justizministerium mit z. Z. jährlich knapp 1 Million Euro gefördert. Die langjährige gute Zusammenarbeit gewährt eine gewisse Planungssicherheit für die Anlaufstellen. Die andere Hälfte der Kosten wird übrigens durch Eigenmittel der Träger, durch die Kommunen sowie durch Spenden und Bußgelder gedeckt.

Geldverwaltung - für Klienten, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken. Sie dient der Schuldenregulierung, der Haftvermeidung und dem Auskommen mit dem Einkommen.

Haftvermeidung - wichtiges Ziel der Anlaufstellen. Haftvermeidung kann der Justiz erhebliche Geldmittel einsparen. Sie schützt Betroffene vor der negativen Wirkung einer Inhaftierung. Sie entlastet den Steuerzahler. Sie dient dem Schutz der Allgemeinheit.

Lockerungen - notwendige Maßnahmen. Inhaftierte brau­chen Ausgänge und Hafturlaube für Wohnungs- und Arbeitssuche, um Kontakte zu knüpfen u.a. Leider werden sie immer seltener gewährt. Kein Grund stolz zu sein. Die Rückfallgefahr steigt, wenn Entlassene vor dem „Nichts" stehen.

Niedersächsisches Justizvollzugsgesetz - Durch die sogenannte Föderalismusreform im Jahre 2006 haben die Länder die Möglichkeit erhalten, den Justizvollzug durch ein länder­eigenes Gesetz zu regeln. Das Land Niedersachsen hat diese Gelegenheit als erstes genutzt und einen umfassenden Gesetzentwurf vorgelegt. Erfreulich: im § 5 des NJVollG ist als Ziel die Wiedereingliederung (Resozialisierung) vor dem Schutz der Allgemeinheit (Sicherheit) genannt.

Resozialisierung - hat stattgefunden, wenn ein ehemaliger Straffälliger nicht wieder straffällig wird. Sie dient auch dem Schutz der Allgemeinheit.

Rückfälle, Rückfälligkeit - Von Rückfälligkeit spricht man, wenn ein ehemaliger Inhaftier­ter nach der Entlassung wieder straffällig wird. Die Rückfallgefahr ist in der ersten Zeit nach der Entlassung besonders hoch (Entlassungs-Schock). Die Rückfallgefahr sinkt bei guter Entlassungsvorbereitung. Insofern trägt der Justizvollzug eine hohe Verantwortung auch für die Rückfallraten nach der Entlassung, denn er muss dafür sorgen, dass eine gute Entlassungsvorbereitung möglich ist (s. auch Lockerungen). Übrigens: wer als Inhaftierter und Entlassener im Kontakt zur Anlaufstelle steht, hat sehr gute Chancen nicht rückfällig zu werden!

Schutz der Allgemeinheit - ein wichtiges Gut. Die Meinungen, wie die Allgemeinheit am besten vor weiteren Straftaten zu schützen ist, gehen auseinander. Die Anlaufstellen sind der Auffassung, dass Resozialisierung der beste Schutz ist. Diese setzt eine gute Entlassungsvorbereitung voraus.

Soziale Dienste der Justiz - Partner. Arbeiten gemeinsam an guter Entlassungsvorbereitung, damit Resozialisierung gelingt. Dient somit nicht zuletzt dem Schutz der Allgemeinheit.

 
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